Schulische Chancengleichheit in Zeiten der Digitalisierung

Die Coronakrise und zeitweise Schließung der Schulen machte es deutlich: Unsere Schulen sind noch nicht in der digitalen Zeit  angekommen. Technische Ausstattung wie auch didaktische Konzepte und die technischen Voraussetzungen waren häufig nicht ausreichend. Zudem verstärkte die Pandemie die schon vor Corona bekannte Tatsache, dass der Bildungserfolg von Kindern wesentlich vom sozialen Status der Eltern und dem Bildungsniveau der Eltern beeinflusst wird.

Die große Koalition hat nun im Rahmen des Konjunkturpakets in einem Digitalpakt II zusätzlich 500 Millionen Euro für digitale Endgeräte bereitgestellt. Die Schulträger können sofort die Geräte bestellen, auf die Genehmigung der Anträge muss nicht gewartet werden. Wer schnell ist, kann mögliche Lieferengpässe umgehen.

Dr. Dieter Bornschlegl: „Es ist erfreulich, dass diese Herzensangelegenheit der Sozialdemokraten zur Verbesserung der Bildungschancen benachteiligter Kinder vom christdemokratischen Koalitionspartner im Bund mitgetragen wurde.“

Im Digitalpakt II stehen für Rheinland-Pfalz 24,1 Millionen Euro zur Verfügung. Und auch das Land Rheinland-Pfalz hat in dem gerade verabschiedeten zweiten Nachtragshaushalt weitere Millionen aus Landesmitteln bereitgestellt, so dass noch mehr Tablets und Notebooks gekauft werden können, die die Schulen an diejenigen Kinder ausleihen können, die solche Geräte für ihren Bildungserfolg benötigen. „Durch die Zusatzgelder geht zum Beispiel der Kreis Ahrweiler davon aus, dass der Bedarf der kreiseigenen Schulen an digitalen Endgeräten gedeckt werden kann“, so Christoph Schmitt, Fraktionschef der Kreis SPD.

„In unserer Gemeinde haben wir bereits 2018 damit begonnen unseren Schulen  Ipads zur Verfügung zu stellen und auch im Haushalt 2020 haben wir weitere Mittel für die Anschaffung von digitalen Endgeräten (Ipads)  eingestellt. Nach Auskunft der Verwaltung wären wir mit 130.000 Euro für die Ausstattung mit digitalen Endgeräten für unsere Schulen  gut unterwegs. Dies dürfte aus unserem Haushalt und den Fördermitteln zu finanzieren sein. Wir teilen aber die Ansicht der Schulleitungen, dass Schulbücher in Papierform auch weiterhin unverzichtbar sind. „Für uns sind Druckschriften und digitale Endgeräte  gleichwertiger Bestandteil moderner Lernmittel “ so Udo Klein SPD Ratsmitglied.

Doch bei der Digitalisierung ist es nicht damit getan, Geräte zu kaufen, sondern die Geräte müssen auch laufen, der problemlose Zugang zum Internet muss gewährleistet und der Ausbau mit Glasfaseranschlüssen in die privaten Haushalte vorangetrieben werden. Auf unsere Initiative hin fördern wir als Gemeinde  ab sofort  Glasfaser-Anschlüsse mit einem Zuschuss von  150,-  Euro je Hausanschluss

In Planung ist  weiterhin ein Digitalpakt III, der die Anwendungsfragen lösen helfen soll. Auch ist ein Digitalpakt IV in Vorbereitung, der die Lehrer mit Geräten ausstatten soll.

Bornschlegl abschließend dazu: „ Bundesweit haben unsere Schulen noch  Defizite in der digitalen Wissensvermittlung, die durch Corona deutlicher aufgezeigt wurden. Es ist erfreulich, dass bereits vor Corona beschlossene Maßnahmen zur Verbesserung der digitalen Bildung nunmehr weiter verstärkt werden. Und es ist erfreulich, dass wir als Gemeinde diesbezüglich schon weitaus vorausschauender geplant haben“.